Förderpreis Spitzensport der Stadt Dresden 2005 an Christoph & Blanca
Die Sportlergala und die damit verbundenen Ehrungen der Sportler des Jahres 2005 der sächsischen Landeshauptstadt waren eine der jüngsten Sternstunden des sächsischen Tanzsports.
Christoph & Blanca sind seit einigen Jahren in der Kategorie Mannschaft
für den Preis nominiert, aber die Berichterstattung in den Medien sorgt
für einen ungleich höheren Bekanntheitsgrad der übermächtigen
Konkurrenz wie Dynamo Dresden, Dresden Monarchs oder Dresdner Eislöwen
(Sieger 2005).
Deshalb existiert eben dieser Förderpreis, um herausragende Leistungen
außerhalb der Hauptsportarten zu würdigen. Der Beinahe-Weltmeistertitel
von Wien 2005 war eine solche Leistung und wurde in Dresden glücklicherweise
auch so wahrgenommen.
So machte Dietrich Rupp, Präsident des Landestanzsportverbandes Sachsen,
als Laudator das Sportpublikum mit den beiden Tänzern bekannt und Oberbürgermeister
Ingolf Roßberg deutete bei der anschließenden Übergabe der
Urkunden an, dass die Beiden nicht ganz zufällig direkt an seiner Seite
platziert wurden. Das Stadtoberhaupt, am Tisch von seiner Gattin und Blanca
optisch sehenswert eingerahmt, genoss den Abend sichtlich und nutzte außerhalb
seiner protokollarischen Zwänge die Zeit intensiv zum angeregten Gespräch
mit Christoph und Blanca. Er war beeindruckt von der Geschichte der feurigen
Spanierin, die mit 19 Jahren ohne ein Wort Deutsch in Petto von Barcelona in
die Fremde auszog, um mit einem sehr ehrgeizigen Elbflorenzer Weltmeisterin
zu werden.
Die Zuschauer kamen zwar nicht in den Genuss ihrer Paso-Doble Show, dennoch
konnte die Dramaturgie ihres Auftritts am späteren Abend nicht besser sein:
Kurz zuvor zeigten überwiegend Damen eines Chemnitzer Modeteams, dass Kleidung
in armeegrünen Tarnfarben im kommenden Jahr der Renner werden. Sie versuchten
sich dazu ballgemäß an einer eilig einstudierten Jazzdance/Lateinchoreographie,
die vielleicht zwei Damen tatsächlich beherrschten. So stolperte die wenig
selbstbewusst wirkende khakifarbene Mehrheit, immer eine Nebenfrau im Augenwinkel
suchend, von einer asynchronen Peinlichkeit in die nächste.
Als Christoph mit Hut und brustfreiem Sakko das Publikum wieder auf Betriebstemperatur
vorgewärmt hatte, betrat auch Blanca zum Chacha die Fläche. Die beiden
zündeten ihr Latein-Feuerwerk. Allerdings schloss Christoph nach wenigen
Sekunden Bekanntschaft mit der Metalleinfassung einer Parkettplatte. Vor 1500
Zuschauern im Kongresszentrum auf dem Hosenboden sitzend, dachte er eine Sekunde
nach, wie viele Jahre es wohl her sein mag, dass sich ein solch ungewolltes
Element in seine Choreographie einschlich. Danach benutzte er sein unnachahmliches
Showtalent für ein „Stand up like a champion“ und setzte das
Lateinfeuerwerk fort. Die Rumba ohne Hut und Sakko lebte von Blancas enormer
Ausdrucksstärke, so locker und gelöst hat sie bisher selten erotisch
geknistert. Der charmante OB und Christophs kleines Missgeschick machten es
wohl möglich…
Später kam im Übrigen noch einmal das Chemnitzer Modeteam mit einer
Dessous-Präsentation zum Zug. Er in Feinripp und Sie in Spitzen-Body samt
Netzstrumpfhose zeigten niveaufrei das ChaCha-Programm eines Tanzschul-Grundkurses.
Der Übergang zurück von Weltklasse zu Holzklasse war perfekt gelungen.
Für die Pechvögel in Unterwäsche blieb nur ein Fazit: Mal verliert
man, mal gewinnen die Anderen.
Schön, wenn man zu den Anderen gehören darf.

Der Schein trügt nicht: OB Roßberg und die Geehrten verstanden sich prächtig

Unser Vereins-Stand beim Sportlerball im Sinne von 50 Jahre Chronik und WM-Titel-Kurs